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Projektdaten

Projekt

Hinterhofhaus München

 München
PlanverfasserInnen

gerstmeir inić architekten
München

Bauherranonym

Projektbeschreibung

Vorgefunden wurde im Hof eine alte Hinterhofbebauung, den alten Plänen zu entnehmen ehemals als Wurstfabrik genutzt. So blieb ein Baufeld mit bereits von zwei Seiten durch Brandwände und zum Boden hin vorgegebenen Maßen, das nach einem Haus verlangte, welches sich im Dialog mit dem Umfeld in der Enge des bestehenden Raumes einfindet. Ca. 4,5 auf 11 m in der Grundfläche groß, aber genau 9,14 m hoch, steht es nun im Hinterhof, so als wäre es, wie viele Betrachter feststellen, schon immer da gestanden. Tatsächlich war das „Weiter“ – oder besser gesagt – „Fertigbauen“ des Hofensembles eine grundlegende Idee. Alejandro de la Sotas Gedanke von der „Architektur des Unperfekten“ hat uns bei dem Bau sehr geholfen und ständig begleitet. Man kann das Haus als klare Gegenhaltung zu dem beinahe krampfhaften – ja banal abgehobenen – Anspruch auf eine oberflächliche, durch Richtlinien, Zulassungen und Vorschriften ins Abstrakte abgerückte handwerkliche Perfektion verstehen. Die gewohnte, eingepasste Erscheinung jedoch ist mehr Ergebnis als Gestaltungswille. Ursprünglich wollten wir ein unkompliziertes Haus, sozusagen den oft besungenen „Normalfall“. Aber allein die Zwänge aus Baurecht, der bewusste Umgang mit dem Baumangel und der Zufall als Freund betrachtet machten das kleine grüne Haus zu so einem in sich widersprüchlichen und komplexen Gebäude. Bewusst bewegten wir uns immer auf der Gratwanderung zwischen Natürlichem und Künstlichem, Pittoreskem und „charmlosen Hinterhofstyle.“